Wochenend-Exkursionen

Für das auf den CIHA-Kongress folgende Wochenende (Samstag/Sonntag, 21./22. Juli 2012) werden zweitägige Exkursionen angeboten. Start der Wochenend-Exkursionen ist jeweils um 08:00 Uhr am Kornmarkt 1 (Personaleingang Germanisches Nationalmuseum), die Rückkunft wird am Sonntag zwischen 15:30 und 16:00 Uhr sein. Die Exkursionen werden von Mitarbeitern des Germanischen Nationalmuseums begleitet, vor Ort stehen die zuständigen Museumsdirektoren, Referenten und Bauleiter für Führungen zur Verfügung.

Achtung: Die Kosten für diese Exkursionen sind nicht in der Kongress-Gebühr enthalten und müssen von den Teilnehmern selbst getragen werden.

Tour 1: Neuschwanstein und Hohenschwangau

Kosten: 145 Euro

- Wieskirche

Erbaut wurde die sogenannte Wies, zwischen 1745 und 1754 von den Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann. Die Wallfahrtskirche ist dem Gegeißelten Heiland geweiht, einer Skulptur, die 1730 von Pater Magnus Straub und Bruder Lukas Schweiger im oberbayrischen Kloster Steingaden gefertigt wurde. Mit ihrer prächtigen Rokoko-Ausstattung gehört die Wieskirche seit 1983 zum UNESCO-Welterbe. Weitere Infos hier.

- Museum der Bayerischen Könige

Das 2010 eröffnete Museum ist im umgebauten und erweiterten ehemaligen Hotel Alpenrose unterhalb von Schloss Hohenschwangau untergebracht. Der Schwerpunkte der Ausstellung konzentriert sich auf die Geschichte des Hauses Wittelsbach, aus dem acht Könige von Bayern hervorgingen. Initiator, Bauherr und Betreiber des Museums der Bayerischen Könige ist der Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Weitere Infos hier.

- Schloss Neuschwanstein

Bereits sieben Wochen nach dem Tod König Ludwigs II. (reg.1864–1886) wurde Neuschwanstein 1886 für das Publikum geöffnet. Seitdem gehört es zu den bekanntesten und meistbesuchten Schlössern und Burgen der Welt. Erbaut war das Schloss nicht Schauplatz königlicher Repräsentation, sondern als Ort des Rückzugs, entstanden als Traumwelt. Nach einem Spaziergang durch die Pöllatschlucht und über die Marienbrücke wird die Sonderführung am Abend die Möglichkeit bieten, Schloss Neuschwanstein außerhalb der üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen. Bitte bringen Sie festes Schuhwerk mit. Der Wanderweg ist nicht barrierefrei. Weitere Infos hier.

- Schloss Hohenschwangau

Hohenschwangau, gegenüber von Neuschwanstein gelegen, wird im 12. Jahrhundert erstmals als Burg „Schwanstein“ erwähnt, als Sitz der Edelherren vom Schwangau. 1832 erwarb Kronprinz Maximilian die inzwischen zur Ruine verfallene Burg und ließ sie von dem Architektur- und Theatermaler Domenico Quaglio (1787–1837) bis 1837 im Stil der Neugotik umbauen. Neben der unverändert erhaltenen Ausstattung im Stil des Biedermeier sind die Ausmalung der Räume nach Entwürfen von Moritz von Schwind und Ludwig Lindenschmit d.Ä. erhalten geblieben. Weitere Infos hier.

 

Tour 2: Kassel (dOCUMENTA und Wilhelmshöhe)

Kosten: 145 Euro

- dOCUMENTA (13)

Der einmalige Fall, dass der Internationale Kunsthistoriker-Kongress und die documenta zur gleichen Zeit im selben Land stattfinden, würdigt CIHA2012 mit einem ausführlichen Besuch der dOCUMENTA (13). Im Zentrum der Kasseler Ausstellung steht das Leitmotiv Collapse and Recovery. Bereits im Juni 2010 ist die erste Skulptur „Idee di Pietra“ („Ansichten eines Steins“) des Italieners Guiseppe Penone am Rande der Kasseler Karlsaue präsentiert worden. Die Teilnehmer der Exkursion werden am Samstag, den 21. Juli 2012, den Tag auf der dOCUMENTA verbringen und haben nach einer kuratorischen Einführung die Gelegenheit, die Ausstellung eigenständig zu besuchen. Weitere Infos hier.

- Museumslandschaft Hessen Kassel auf der Wilhelmshöhe

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (ehemals Staatliche Museen Kassel) steht in einer rund 600jährigen Tradition des Sammelns, Bewahrens und Gestaltens. Durch landgräfliche und kurfürstliche Sammelleidenschaft sind hier vielfältige und bedeutende Kunstschätze zusammenkommen, die unverändert an ihrem historischen Ort erhalten sind. Der ausgeprägte Wille zur Repräsentation drückt sich ebenso in den historischen Schloss- und Gartenanlagen (Schloss und Bergpark Wilhelmshöhe, Karlsaue mit Orangerie, Schloss und Park Wilhelmsthal) aus. Wegen der einzigartigen Kombination aus Kunstsammlungen, Gartenarchitektur und Architektur wurde bei der UNESCO die Aufnahme in die Welterbeliste beantragt. Die Teilnehmer haben nach einer Begrüßung und Einführung die Möglichkeit, die Museen auf der Wilhelmshöhe eigenständig zu besuchen. Weitere Infos hier.

 

Tour 3: Prag

Kosten 145 Euro
Bitte beachten Sie, dass für diese Exkursion möglicherweise ein separates Visum notwendig ist.

- Burg Karlstein

Kaiser Karl IV. (reg. 1346–1378) ließ die rund 30 km südwestlich von Prag gelegene Burg erbauen. Sie beherbergte von ca. 1350 bis 1421 die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches und der Reichsreliquien. Diese wurden, zeitweise gemeinsam mit den böhmischen Krönungsinsignien, im Hauptgebäude der Burg verwahrt, der Kapelle des Heiligen Kreuzes. Die verschiedenen Gebäude der Anlage wurden auf unterschiedlichen Höhen errichtet, die Kapelle als wichtigster Teil ganz oben. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg im spätgotischen Stil umgebaut, später im Stil der Renaissance. 1619 brachte man die böhmischen Reichskleinodien in den Prager Veitsdom gebracht. Die Burg verfiel zunächst und wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts wiedererrichtet. Weitere Infos hier.

- Prager Burg und Veitsdom

Der Veitsdom auf der Prager Burg geht auf eine Anlage des 10. Jahrhunderts zurück. Ab dem Jahr 1344 ließ Karls IV. (reg. 1346–1378) den gotischen Dom errichten. Er ist bis heute das bedeutendste Baudenkmal Tschechiens. Der gotische Bau wurde an Stelle einer 925 geweihten Rotunde und der ab 1060 errichteten Basilika erbaut. Bauleiter waren ab 1325 Peter Parler und seine Söhne Wenzel und Johann der Jüngere. Die Krönungs- und Grabeskirche der böhmischen Herrscher bewahrt bis heute die Krönungsinsignien, sie wird heute vom tschechischen Staat und der Prager Erzdiözese verwaltet. Weitere Infos hier.

- Nationalgalerie Prag, Sammlung 19., 20. und 21. Jahrhundert

Die Führung am Sonntag wird in die Sammlung des 19. bis 21. Jahrhunderts führen. Die Sammlung ist Teil der tschechischen Nationalgalerie und ist im Veletržní palác untergebracht. Das Ausstellungshaus aus den 1920er Jahren wurde nach einem Brand in den 1970er Jahren rekonstruiert und zum nationalen Kulturgut erklärt. Die Sammlung umfasst bedeutende Werke tschechischer und internationaler Künstler – Gemälde, Skulpturen, Möbel und Photographien. Weitere Infos hier.

 

Tour 4: Colmar – Straßburg

Kosten: 145 Euro
Bitte beachten Sie, dass für diese Exkursion möglicherweise ein separates Visum notwendig ist.

- Musée d´Unterlinden

Das Unterlinden Museum in Colmar ist in einer Klosteranlage des 13. Jahrhunderts untergebracht. Die Sammlung umfasst Gemälde und Skulpturen aus dem späten Mittelalter und der Renaissance, darunter der Isenheimer Altar. Er wurde zwischen 1512 und 1516 von dem Bildschnitzer Niklaus von Hagenau und dem Maler Mathis Gothart Nithart (Grünewald) für die Antoniter-Präzeptorei in Isenheim geschaffen. Die Führung durch das Museum wird auch die aktuelle Restaurierungskampagne des Altars in den Blick nehmen. Weitere Infos hier.

- Straßburger Münster

Das Liebfrauenmünster in Straßburg gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten der Gotik überhaupt und ist Teil der zum UNESCO-Welterbe zählenden historischen Altstadt. Das Münster wurde 1176 bis 1439 an der Stelle eines abgebrannten Vorgängerbaus (1015–1028) errichtet, der wiederum zurückging auf ein 1007 abgebranntes Gotteshaus aus karolingischer Zeit. Aus der Romanik haben sich einige Glasmalereien erhalten. Die größte Ausstattungskampagne ging allerdings mit dem Ende des Neubaus einher. Heute zeugen hiervon neben den zahlreichen gotischen Glasfenstern noch einige Altäre wie auch die Kanzel und der Taufstein des 15. Jahrhunderts. Die Astronomische Uhr des Straßburger Münsters wurde 1574 vollendet und zählt zu den ältesten erhaltenen astronomischen Instrumenten überhaupt. Weitere Infos hier.

- Palais Rohan (Musée des Arts Decoratifs und Musée Historique)

Das Palais Rohan gilt als Höhepunkt der regionalen Barockarchitektur. Es wurde zwischen 1731 und 1742 im Auftrag des Kardinals Armand-Gaston-Maximilien de Rohan-Soubise von dem Architekten Joseph Massol nach einer Bauvorlage von Robert de Cotte an Stelle der ehemaligen erzbischöflichen Residenz errichtet. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts beherbergt das Palais drei Museen: Das Musée archéologique, das Musée des Arts décoratifs und das Musée des Beaux-arts. Ein Schwerpunkt der Besichtigung wird auf der Architektur des Palais Rohan liegen, ein anderer auf dem Musée des Arts décoratifs und ein dritter auf dem Musée Historique, das sich seit 1920 in der Großen Metzig, den ehemaligen Straßburger Schlachthöfen (1587) befindet. Weitere Infos hier.

 

Tour 5: Darmstadt – Frankfurt

Kosten: 145 Euro

- Mathildenhöhe

Die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe wurde 1899 durch Ernst Ludwig, den letzen Großherzog von Hessen-Darmstadt, gegründet. Er berief sieben Künstler nach Darmstadt, darunter Josef Maria Olbrich und Peter Behrens. Diese schufen innerhalb von zwei Jahren ihre erste große Ausstellung mit Wohnarchitektur, Mobiliar, Kunsthandwerk, Malerei, Grafik und Skulptur des Jugendstils. Bis 1914 folgten drei weitere Ausstellungen. Das einzigartige Architekturensemble auf der Mathildenhöhe ist zu großen Teilen in seiner ursprünglichen Bausubstanz erhalten. Die ursprüngliche Ausstattung der Häuser und weitere Kunstwerke lassen sich im Museum Künstlerkolonie nachvollziehen. Weitere Infos hier.

- Moderner Kirchenbau in Frankfurt/Main

Der Architekt Rudolf Schwarz (1897-1961) wurde vor allem durch seine Entwürfe für katholische Kirchenbauten bekannt und nahm in Köln durch seine Planungen zum Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt wesentlichen Einfluss auf die Stadtentwicklung. In Frankfurt ist er vor allem durch zwei Kirchenbauten bekannt: Zum einen baute er die Paulskirche, in der 1848/49 die Frankfurter Nationalversammlung stattgefunden hatte, in den Jahren 1947/48 wieder auf. Seitdem gilt sie aufgrund ihrer Rolle als Wiege der Demokratie in Deutschland als nationales Symbol für die Freiheit und wird nicht mehr als Kirche genutzt. Die Kirche St. Michael wurde von Rudolf Schwarz entworfen und 1954 errichtet. Nachdem der Kirche der Abriss drohte, wurde sie in den vergangenen Jahren nach Plänen seiner Witwe Maria Schwarz zur Trauerkirche umgebaut. Diese beiden Kirchen sollen unter dem Gesichtspunkt des Umgangs und der Nutzung mit dem Objekt „Kirche“ besichtigt werden. Weitere Infos unter folgenden Links:

Paulskirche http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3866&_ffmpar[_id_inhalt]=32377,
St. Michael http://www.st-michael-nordend.de/
und Rudolf Schwarz http://deu.archinform.net/arch/447.htm