Mittwochs-Exkursionen
Am Mittwoch, den 18. Juli 2012, werden die Kongressteilnehmer bei verlängerten Öffnungszeiten kostenfreien Eintritt in Museen von Nürnberg und Umgebung bekommen (eine genaue Liste werden Sie in Ihren Kongressunterlagen finden).
Für die Kongressteilnehmer werden darüber hinaus zahlreiche Exkursionen angeboten. In verschiedenen Institutionen der Metropolregion Nürnberg führen die zuständigen Museumskuratoren und Referenten durch ihre Häuser und bieten so nicht nur Einblicke in regulär verschlossene Räume, sondern auch in die tägliche Arbeit der Kollegen mit der „Herausforderung des Objekts“.
Im Fokus der Ganztagsexkursionen stehen Ziele in der weiteren Umgebung, die nur mit dem Bus angefahren werden können. Da bei allen Angeboten nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmerplätzen vorhanden ist, ist eine rechtzeitige Anmeldung erforderlich.
Die Teilnahme an den Mittwochs-Exkursionen ist im Teilnehmerbeitrag enthalten. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Tagesexkursionen mit dem Bus
Die Abfahrt der Busse für alle Touren ist jeweils um 7:15 Uhr am Kornmarkt 1 (Personaleingang des Germanischen Nationalmuseums) in Nürnberg. Die Rückkunft ist zwischen 18:00 Uhr und 19:00 Uhr geplant. Pausen für einen Mittagsimbiss und Kaffee sind berücksichtigt. Die Anzahl der Teilnehmer ist jeweils auf 48 Personen begrenzt.
Tour 1: Bamberg
- Universitätsmuseum Islamische Kunst – Bumiller Collection
Die Bumiller Collection ist eine der umfangreichsten Sammlungen frühislamischer Kunst und umfasst u. a. den weltweit größten Bestand von Bronzen aus diesem Kulturkreis. Das Museum befindet sich seit 1992 in einem Bamberger Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert. Weitere Infos hier.
- Bamberger Dom
Der Bamberger Dom und die ihn umgebenden Bauten, wie die Alte Hofhaltung, die Neue Residenz und die historischen Domherrenhöfe, gehören als Teil der Historischen Altstadt seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bau- und kunstgeschichtlich gilt der 1237 geweihte Dom als bedeutendes Bauwerk der späten Romanik und der frühen Gotik. Die Führung wird neben der Architektur die Kunstdenkmäler des Domes behandeln, darunter den Bamberger Reiter (um 1230) und die Grablege des Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders (1499/1513). Weitere Infos hier.
- Neue Residenz Bamberg
Die Neue Residenz der Bamberger Fürstbischöfe entstand ab 1613. Die zweiflügelige Anlage am Domplatz errichtete Johann Leonhard Dientzenhofer von 1697 bis 1703. In den über 40 Prunkräumen sind Stuckdecken, Möbel und Wirkteppiche des 17. und 18. Jahrhunderts erhalten. Im Blickpunkt der Führung werden die drei großen Restaurierungskampagnen stehen, die in den Kurfürstenzimmern und den Fürstbischöflichen Appartements in den 1930er, den 1990er Jahren sowie gegenwärtig durchgeführt werden und unterschiedliche Konzepte der Konservierung und Rekonstruktion zeigen. Weitere Infos . hier .
- Klosterkirche St. Michelsberg
Die letzte Station der Exkursion nach Bamberg wird das ehemalige Kloster St. Michelsberg sein, das aus einer bischöflichen Gründung aus dem Jahr 1015 hervorgeht. Seine Kirche birgt einzigartige Gewölbemalereien mit naturnahen Darstellungen von fast 600 verschiedenen Kräutern, Blumen und Tieren. In diesem sogenannten Herbarium finden sich nicht nur einheimische Gewächse, sondern auch exotische Früchte und Pflanzen, die bei der Vollendung der Malereien im Jahre 1617 erst kurze Zeit in Deutschland bekannt waren.
Tour 2: Regensburg
- Klosterkirche Prüfening
Bischof Otto I. von Bamberg gründet im Jahr 1119 das Kloster Prüfening. Die 1125 vollendete Basilika wurde Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts barockisiert. Neben der sogenannten Prüfeninger Weiheinschrift von 1119 und dem Erminoldgrabmal aus der Zeit um 1280 sind im Ostteil der Kirche überaus qualitätvolle Wandmalereien aus dem frühen 12. Jahrhundert zu sehen. Sie gehören zu den ganz wenigen in diesem Umfang Beispielen in Europa, nicht zuletzt aufgrund ihres einzigartigen Bildprogramms, das u. a. Schwerpunkt der Führung sein wird.
- Regensburger Dom
Der gotische Dom St. Peter in Regensburg, Teil des UNESCO Weltkulturerbes, wurde kurz nach 1260 an der Stelle mehrerer Vorgängerbauten errichtet. Er gilt als bedeutendes Zeugnis gotischer Baukunst in Bayern. Im Zuge einer umfangreichen Innenrenovierung in den späten 1990er Jahren konnten Teile des romanischen Vorgängerbaus ergraben werden. Ferner besitzt der Regensburger Dom einen der umfangreichsten mittelalterlichen Glasmalereibestände des deutschsprachigen Raumes; die ältesten aus der Zeit um 1220/1230 und 1320/1370 wurden als Spolien in den heutigen Dom eingebaut. Weitere Infos hier.
- Walhalla
Im Auftrag des bayerischen Königs Ludwig I. errichtete Leo Klenze bis 1842 nach dem Vorbild des Pantheon in Athen die Walhalla. Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in der Napoleonischen Ära fühlte der König sich zur Schaffung einer nationalen Gedenkstätte verpflichtet. Bedeutende Persönlichkeiten „Teutscher Zunge“ werden in dieser Ruhmeshalle mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt, darunter der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der Maler Albrecht Dürer und die Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Der Bau gilt als eine der gelungensten Synthesen zwischen den Gestaltungsformen der Antike und dem Stand der modernen Bautechnik in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Weitere Infos hier.
Tour 3: Vierzehnheiligen – Coburg
- Basilika Vierzehnheiligen
Die Wallfahrtskirche wurde nach Plänen Balthasar Neumanns zwischen 1743 bis 1772 errichtet. Der imposante Barockbau ist eines der meistbesuchten Wallfahrtsziele Bayerns. Pilgerziel ist der Gnadenaltar im Langhaus, der den 14 Nothelfern geweiht ist. Die Basilika Vierzehnheiligen ist eines der bedeutendsten Beispiele barocker Sakralarchitektur überhaupt. Weitere Infos hier.
- Veste und Kunstsammlungen Coburg
Die Veste Coburg zählt zu den am besten erhaltenen Festungsanlagen Deutschlands. Die Burg wird erstmals 1056 urkundlich erwähnt. 1353 fiel sie an das Haus Wettin. Auf Grund ihrer strategischen Bedeutung wurde sie in den folgenden 150 Jahren zu einer der größten Burganlagen Deutschlands ausgebaut. Heute beherbergt sie die Kunstsammlungen der Veste Coburg, die zu den wichtigen kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen Deutschlands zählen. Sie gehen größtenteils auf den Kunstbesitz des Fürstenhauses Sachsen-Coburg und Gotha zurück. Das Museum umfasst ein Kupferstichkabinett, eine Jagdwaffen- und Gläsersammlung sowie eine Wagen- und Schlittensammlung. Weitere Infos hier.
- Schloss Callenberg
Das Jagd- und Sommerschloss Callenberg ist der langjährige Coburger Hauptwohnsitz der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha und aufgrund seiner Geschichte und seines neugotischen Baustils ein bedeutendes Baudenkmal. Das Schloss bewahrt die Herzogliche Kunstsammlung und das Deutsche Schützenmuseum. Den Kongressteilnehmern zugänglich gemacht wird u. a. die Schlosskapelle. Sie wurde 1618 geweiht und gilt mit ihrer umlaufenden Empore und ihrem Kanzelaltar als für die Region frühester nach protestantischen Maßstäben gebauter Sakralraum. Weitere Infos hier.
Tour 4: Bayreuth
- Iwalewa-Haus, Afrikainstitut der Universität Bayreuth
Das 1981 gegründete Iwalewa-Haus hat den Auftrag, die Gegenwartskultur Afrikas zu erforschen, zu dokumentieren und zu lehren. Schwerpunkte sind dabei Alltagskultur, Kunst, Medien und Musik, die in Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen und Aufführungen präsentiert werden. Darüber hinaus sammelt das Institut wichtige Zeugnisse der zeitgenössischen Kunst und Musik Afrikas. Weitere Infos hier.
- Markgräfliches Opernhaus
Im Blickpunkt der Exkursion nach Bayreuth stehen die markgräflichen Bauten des 18. Jahrhunderts und ihre wissenschaftliche und konservatorische Aufarbeitung im Hinblick auf den Welterbe-Antrag der Stadt. Das zwischen 1746 und 1750 errichtete Opernhaus gehört zu den wenigen in Europa erhaltenen Theaterbauten des 18. Jahrhunderts. Den Innenraum des vollständig aus Holz gefertigten Logentheaters entwarf der Bologneser Giuseppe Galli Bibiena, einer der bedeutendsten Theaterarchitekten seiner Zeit. Markgräfin Wilhelmine, eine Schwester Friedrichs des Großen, wirkte hier als Bühnenautorin, Komponistin und Schauspielerin und hatte seit 1737 die Intendanz der Hofoper inne. Ein Schwerpunkt der Führung wird die aktuelle Restaurierungsmaßnahme sein. Weitere Infos hier.
- AltesSchloss Eremitage
Markgraf Georg Wilhelm gründete die Eremitage auf dem Gelände eines Tiergartens seines Vaters Christian Ernst. 1715 wurde unweit der Residenzstadt Bayreuth mit dem Bau des Alten Schlosses als Mittelpunkt der Einsiedelei begonnen. Markgräfin Wilhelmine initiierte 1735 umfangreiche Erweiterungsmaßnahmen. Erhalten blieben bis heute ein Musikzimmer, ein Japanisches Kabinett und das Chinesische Spiegelkabinett. Neben dem Schloss selbst bietet die Gartenanlage einen zweiten Schwerpunkt. Sie wurde ab 1735 nach Entwürfen von Joseph Saint-Pierre geschaffen und nimmt traditionelle barocke Elemente wie Heckenquartiere, Alleen, Laubengänge und Wasserspiele auf. Weitere Infos hier.
- Sanspareil
Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth ließ den Felsengarten ab 1744 nach dem literarischen Vorbild des französischen Romans „Die Abenteuer des Telemach“ als Szenerie der homerischen Zauberinsel Ogygia schaffen. Dabei wurden die vorhandenen bizarren Felsformationen in das poetische Programm einbezogen. Bis heute erhalten sind neben dem sog. Morgenländischen Bau von 1744 der Küchenbau und das „Ruinentheater“. Weitere Infos hier.
Tour 5: Würzburg
- Festung Marienberg
Die Exkursion in Würzburg beginnt mit einem Rundgang über die Festung Marienberg. Auf dem seit der späten Bronzezeit besiedelten Marienberg befand sich im frühen 8. Jahrhundert wohl ein Kastell der fränkisch-thüringischen Herzöge mit einer Kirche. Diese wurde 741 zur ersten Würzburger Bischofskirche erhoben. Ab 1200 entstand eine außergewöhnlich große Burg, die im Spätmittelalter und in der Renaissance ausgebaut und erweitert wurde. Weitere Infos hier.
- Wenzelsaal, Rathaus
Im Hauptgeschoss des Würzburger Grafeneckarts, einem der wenigen in Deutschland erhaltenen Wohnbauten aus der Romanik, befindet sich der Wenzelsaal, eine zweischiffige Repräsentationshalle aus dem 12. Jahrhundert. Hier ist in seltenem Umfang eine repräsentative mittelalterliche Ausstattung erhalten geblieben, zu der Kapitelle aus der Zeit zwischen 1200 und 1225 und umfangreiche Wappenmalereien aus dem 14. Jahrhundert zählen. Einen Schwerpunkt der Führung wird zudem die letzte, umfassende Restaurierungskampagne aus dem Jahr 2003 bilden.
- Residenz Würzburg
Die ehemalige Residenz der Würzburger Fürstbischöfe gehört zu den bedeutendsten Schlossanlagen des Barock in Europa und zum Welterbe der UNESCO. Sie entstand zwischen 1720 und 1744 nach Plänen Balthasar Neumanns im Auftrag des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn, die Ausstattung war bis 1780 vollendet. Das von Neumann konzipierte stützenfrei überwölbte Treppenhaus mit dem Deckenfresko Giovanni Battista Tiepolos ist heute weltbekannt. Ein Schwerpunkt der Führung wird die Restaurierungskampagne des insgesamt 18 x 30 Meter messenden Gemäldes sein. Weitere Infos hier.
Tour 6: Porzellanikon Selb
Die Exkursion nach Selb stellt das Material Porzellan als „Objekt“ in den Mittelpunkt. Das Porzellanikon, das erste Industriemuseum Bayerns, befindet sich in einer 1969 stillgelegten ehemaligen Fabrik der Rosenthal AG. Der Industriestandort beherbergt heute drei Museen: Das Europäische IndustrieMuseum für Porzellan zeigt die Fabrikfertigung von Porzellan. Das Europäische Museum für Technische Keramik beschäftigt sich mit dem Einsatz von Keramik in den Bereichen Medizin, Elektrotechnik und Raumfahrt. Daneben zeigt das Rosenthal Museum die Produkt- und Designgeschichte der bekannten Rosenthal AG.
Teil der Führungen durch die Museen ist auch das Gebäude selbst, das nach Gründung der Fabrik 1866 errichtet wurde. Seit Beginn der 1990er Jahre wurde es unter dem Gesichtspunkt des Industriedenkmals restauriert. Weitere Infos hier.
Tour 7: Ansbach – Ellingen
- Residenz Ansbach
Ansbach war seit 1456 Regierungssitz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Ursprung der heutigen Barockresidenz ist eine Anlage vom Ende des 14. Jahrhunderts. Einzig erhaltenes Zeugnis einiger spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Umbaumaßnahmen ist die sogenannte Gotische Halle aus der Zeit um 1565/75. Ende des 16. Jahrhunderts zunächst im Sinne eines Renaissanceschlosses vereinheitlicht, wurde die Residenz im 18. Jahrhundert nach Plänen von Gabriel di Gabrieli und Karl Friedrich von Zocha umgestaltet. Die bedeutende Innenausstattung des frühen Rokoko in den Staatsappartements schuf Leopold Retti, das Deckenfresko des Festsaals wurde von Carlo Carlone ausgeführt. Neben dem Bau wird der zugehörige Hofgarten mit der Orangerie behandelt. Letztere wurde zwischen 1726 und 1743 mit einem vorgelagerten Parterre und zwei seitlich angeordneten Lindensälen errichtet. Die Frühjahrs- und Sommerbepflanzung im Parterre mit Blumen ist an barocke Musterbücher angelehnt. Weitere Infos hier.
- Deutschordenresidenz Ellingen
Ellingen war zwischen 1216 bis 1789 Sitz des Deutschen Ordens in der Ballei Franken. Noch in der Zeit des Ordens war mit einem barocken Schlossneubau worden. Die Umgestaltung im Stil des frühen Klassizismus wurde ab 1774 nach Plänen von Michel d'Ixnard ausgeführt.1806 fiel das Schloss schließlich an Bayern und wurde 1815 von König Maximilian I. Joseph seinem Feldmarschall Fürst Carl Philipp Joseph von Wrede übergeben.
Schwerpunkte der Führung im Schloss werden die Räume des Deutschordens sowie die Intarsienkabinette, die Schlosskirche und die fürstlichen Raumfolgen sein. Ein zweiter Rundgang, bei dem u. a. die Stadtpfarrkirche St. Georg und die Grabkapelle Hornstein besichtigt werden, wird sich dem Ort Ellingen in seiner städtebaulichen Entwicklung unter dem Deutschen Orden widmen. Weitere Infos hier.
Tour 8: Schwäbisch Hall
- Kunsthalle Würth und Johanniterkirche
Die Sammlung wurde von dem Unternehmer Reinhold Würth in den 1960er Jahren angelegt und zählt heute zu den größten und bedeutendsten Privatsammlungen. Ein Akzent der Sammlung liegt auf Skulptur, Malerei und Grafik von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart. Dieser Teil der Sammlung befindet sich in der 2001 eröffneten Kunsthalle Würth. Ein weiterer Sammlungsschwerpunkt stellt der 2003 erworbene spätmittelalterliche Fürstlich Fürstenbergischen Bilderschatz dar, darunter Gemälde von Lucas Cranach und seiner Werkstatt, zahlreiche Arbeiten des Meisters von Meßkirch, Hans Holbein d. Ä. und anderer. Die Ausstellung Alter Meister wird in der Johanniterkirche gezeigt, einem ursprünglich romanischen und im 14. Jahrhundert erweiterten Bau, dessen Dachwerk von 1400/1401 als ältestes seiner Art in Süddeutschland gilt. Im 19. Jahrhundert profanisiert, diente das Gebäude lange Zeit als Lagerraum, Turnhalle u. Ä. Nach einer aufwändigen, unter denkmalpflegerischen Aspekten durchgeführten Restaurierung dient die Johanniterkirche seit 2008 als Ausstellungsraum für Teile der Sammlung Würth Weitere Infos hier.
- Stadtpfarrkirche St. Michael
Der gotische Bau geht zurück auf einen romanischen Vorgängerbau, der im Jahr 1165 als Filialkirche des Klosters Großcomburg errichtet worden war. Ab 1427 wurde St. Michael als spätgotische Hallenkirche neu errichtet. Dabei integrierte man die vier romanischen Geschosse des Westturms. In der Kirche blieben bis heute einige mittelalterliche Altäre erhalten, insbesondere der Antwerpener Hochaltar aus der Zeit um 1460 und ein Kruzifix von Michel Erhard aus Ulm von 1494.
- Kloster Großcomburg
Die Grafen von Comburg-Rothenburg stifteten das Benediktinerkloster 1078 an der Stelle einer Burg. Die spätromanische Stiftskirche St. Nikolaus ersetzte man zwischen 1706 und 1715 durch eine barocke Hallenkirche. In den Bau einbezogen wurden die drei spätromanischen Türme und die Sechseckkapelle (um 1230). Erhalten blieben auch ein Antependium und ein Radleuchter, beide aus der Zeit um 1130, und das Stiftergrab von 1180. Zu sehen ist heute noch die Ringmauer mit Wehrgang aus dem 16. Jahrhundert. Weitere Infos hier.
Führungen in Nürnberg
Treffpunkt ist jeweils 5 Minuten vor Beginn der Führung im Eingangsbereich des jeweiligen Museums/Hauses
10:00 Uhr
- Ehemaliges Reichsparteitagsgelände (engl.)
Peggy Große, M.A. (GNM)
"Reichsparteitage", "Nürnberger Gesetze" und "Nürnberger Prozesse" verbinden bis heute den Namen Nürnbergs mit der NS-Herrschaft. Der Rundgang über das ehemalige Reichparteitagsgelände im Süden der Stadt erklärt die wichtigsten Relikte nationalsozialistischer Architektur in Deutschland in ihrer Bedeutung für Parteitagsrituale und Propagandainszenierungen, leistet aber auch einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Nutzung des Geländes. Weitere Infos hier.
- Kaiserburg Nürnberg (dt.)
Dr. Birgit Friedel
Die Nürnberger Burg, in der von 1050 bis 1571 alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zeitweise residierten, gehört zu den bedeutendsten Kaiserpfalzen des Mittelalters. Friedrich Barbarossa und seine Nachfolger bauten die schon um die Mitte des 11. Jahrhunderts bestehende salische Königsburg großzügig aus. Davon zeugt noch heute die erhaltene Doppelkapelle. Die kaiserlichen Wohn- und Repräsentationsräume im Palas mit größtenteils erhaltenen Vertäfelungen sind mit Gemälden, Wandteppichen und Möbeln des 16. und 17. Jahrhunderts ausgestattet. Weitere Infos hier.
- GNM-Sonderausstellung „Der frühe Dürer“: Dürers Nachbarschaft. Eine Forschungsfrage wird zur Ausstellung“ (engl.)
Sebastian Gulden, M.A. (GNM, Projekt „Der frühe Dürer“)
Albrecht Dürer wuchs in einem außergewöhnlichen nachbarschaftlichen Umfeld auf, das auf engstem Raum Spitzenkräfte aus Politik, Wirtschaft, Handwerk und Wissenschaft versammelte. Die Sonderführung illustriert anhand ausgewählter Biographien und soziokultureller Phänomene die reiche Erfahrungswelt, die sich dem jungen Maler in und um die Nürnberger Burgstraße bot und erläutert, welchen Einfluss sie auf sein Leben und Werk ausübte. Weitere Infos hier.
- GNM-Schausammlung: Kleiderwechsel. Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts (dt.)
Dr. Jutta Zander-Seidel (GNM, Leiterin Sammlungen Textilien und Schmuck)
In der 2002 eröffneten Ausstellung führen rund 300 originale Kleidungsstücke und Accessoires durch drei Jahrhunderte europäische Kleidungskultur. Über den modischen Wandel hinaus stehen Formen und Trageweisen, Gebrauchszusammenhänge, Materialien, Herstellung und die gesellschaftliche Sprache der Kleidung im Fokus. Einen Paradigmenwechsel in der musealen Kleidungsforschung markiert die konzeptionelle Zusammenführung von Kostüm- und Trachtensammlung. Die reduzierte Körperlichkeit der Figurinen steht im Dienst einer Präsentation, die Kleidung als historische Quellen begreift und auf museale Ergänzungen bewusst verzichtet. Weitere Infos hier.
- GNM-Schausammlung Musikinstrumente (engl.)
Dr. Frank P. Bär (GNM, Leiter Sammlung Musikinstrumente)
Das Jahr 1829, in dem Felix Mendelssohn-Bartholdy die Matthäus-Passion von 1727 wieder aufführte, gilt als „Wiederentdeckung“ der Musik Johann Sebastian Bachs. Es sollte allerdings noch mehr als ein Jahrhundert dauern, bis auch die Musikinstrumente der Zeit Bachs, Mozarts und Beethovens die Aufmerksamkeit der Musiker erregten und ihr Klang und ihre Spielweise ein entscheidendes Moment in der Geschichte der historisch informierten Aufführungspraxis wurden. Vorlagen für Kopien dieser Instrumente befinden sich u. a. im Germanischen Nationalmuseum. Wie die Beschäftigung mit dem Originalinstrument die Interpretation von Musik beeinflussen kann, soll in dieser Führung vermittelt werden. Weitere Infos hier.
11:00 Uhr
- St. Sebald (dt.)
Dr. Matthias Exner (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München)
Unterhalb der Nürnberger Kaiserburg liegt die älteste Pfarrkirche Nürnbergs. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche des heiligen Sebaldus 1255. Der Bau, seine Ausstattung und die Weiterentwicklung der Kirche hängen eng mit der Stadtentwicklung der Reichsstadt, der Sebaldusverehrung und dem Engagement des Nürnberger Patriziats zusammen. Die Führung wird neben der Bau- und Ausstattungsgeschichte vor allem die Restaurierungskampagnen der vergangenen Jahrzehnte in den Blick nehmen und die Herausforderung des Objektes „sakrales Baudenkmal“ beleuchten. Weitere Infos hier.
- Neues Museum. Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg (dt.)
Dr. Angelika Nollert (Direktorin Neues Museum)
Das Neue Museum mit seiner prägnanten, modernen Architektur und der imposanten Glasfassade ist ein Ort für Kunst und Design der Gegenwart. Die Sammlung Kunst umfasst Malerei, Skulptur und Fotografie von 1945 bis heute. Zu ihren Schwerpunkten gehören u. a. osteuropäische Künstler, internationale Werke der geometrischen Abstraktion und der konkreten Kunst. Die Sammlung Design zeigt ausgewählte Beispiele des internationalen Designs. Weithin einmalig ist die gleichgewichtige Präsentation der Bereiche Kunst und Design in einem Museum. Die Führung gibt Einblick in die Architektur, Geschichte und Programmatik des Neuen Museums und umfasst die aktuellen Präsentationen in Sammlung und Ausstellung. Weitere Infos hier.
- Memorium Nürnberger Prozesse (engl.); anschl. Historisches Zellengefängnis der Nürnberger Prozesse
Hans-Christian Täubrich (Leiter Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände); Dr. Thomas Eichacker
Das 2010 eröffnete Memorium Nürnberger Prozesse informiert am Originalschauplatz über Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkungen der Verfahren. Ausgewählte Objekte wie Teile der originalen Anklagebank oder historische Ton- und Filmdokumente vermitteln einen Eindruck vom Prozessgeschehen. Teil der Führung wird ein Gang in den Schwurgerichtssaal 600 sein, der noch heute als Gerichtssaal dient und nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist. Als Abschluss ist die Besichtigung der letzten noch erhaltenen Flügel der historischen Zellengefängnisse vorgesehen. Sie sind heute Teil der JVA Nürnberg und regulär nicht zu besichtigen. Weitere Infos hier.
Achtung: Der Zutritt zum historischen Zellengefängnis ist nur mit gültigem Personalausweis möglich!
- GNM-Schausammlung Gewerbemuseum (engl.): Plates with ladies. Who hides behind the portrait?
Dr. Silvia Glaser (GNM, Leiterin Sammlungen Gewerbemuseum und Design)
Das Gewerbemuseum, früher Bayerisches Gewerbemuseum Nürnberg, wurde 1869 gegründet. Die Sammlung ist streng nach Materialien geordnet. Vorbild für diese Präsentation ist das Victoria and Albert Museum in London, das europaweit Museen dieses Typs beeinflusste. Weitere Informationen hier.
- GNM: Deutsches Kunstarchiv (dt.)
Dr. Birgit Jooss (GNM, Leiterin Deutsches Kunstarchiv)
Das Deutsche Kunstarchiv ist das größte Archiv für schriftliche Nachlässe zur Kunst und Kultur im deutschsprachigen Raum. Archiviert werden Vor- und Nachlässe aus dem Bereich der bildenden Kunst. Es umfasst etwa 1.400 Bestände vom 19. Jahrhundert bis heute und hat einen Umfang von über zwei Regalkilometern. In einer Führung werden Aufgaben und Ziele des Deutschen Kunstarchivs vorgestellt. Weitere Infos hier.
12:30 Uhr
- Jüdisches Museum Franken, Fürth: Jüdische Geschichte und Kultur in Franken (engl.)
Monika Berthold-Hilpert, M.A. (Jüdisches Museum Franken)
Franken war eine bedeutende Wiege jüdischen Lebens in Süddeutschland mit insgesamt über 400 jüdischen Gemeinden. Es entstand bereits im Mittelalter eine vielfältige, aber spezifisch fränkisch-jüdische Kultur mit eigenen Ritualen, Gebräuchen und Gelehrtentraditionen. In diese fast 1000 Jahre umfassende jüdische Geschichte gibt das Museum faszinierende Einblicke. Weitere Infos hier.
- GNM- Schausammlung Zunfthandwerk: Alte Bekannte? Fachbogen, Wurstbügel & Co als Zunftzeichen (dt.)
Dr. Thomas Schindler (GNM, Sammlung Kunsthandwerk bis 1800)
Die derbe Symbolwelt des korporierten Handwerks prägte in der Frühneuzeit den Bildalltag des weitaus größten Teils der Bevölkerung in den Städten Mitteleuropas. Die Deutung dieses historischen Bildwissens erweist sich auf der Ebene des musealen Objekts allerdings als überraschend schwierig. Der Gang durch die Schausammlung bietet Gelegenheit eine Vielzahl „rätselhafter“ Motive kennenzulernen und mehr über Hintergründe und Kontexte zu erfahren. Weitere Infos hier.
- GNM: Institut für Kunsttechnik und Konservierung (engl.)
Dipl. Rest. Markus Raquet (GNM, stellv. Leiter Institut für Kunsttechnik und Konservierung)
Das Institut für Kunsttechnik und Konservierung am GNM ist eine der vielseitigsten und größten musealen Restaurierungseinrichtungen in Deutschland. Zu den Aufgaben zählen nicht nur die Begleitung der Objekte im musealen Alltag, Prävention, Konservierung und Restaurierung, sondern auch die wissenschaftlich fundierte, kunsttechnologische Auseinandersetzung mit dem Objekt. Die Führung stellt einzelne Werkstätten vor und gibt Einblicke in die Aufgaben der Restauratoren im Museum. Weitere Infos hier.
- GNM-Sonderausstellung „Der frühe Dürer“: Natur – Landschaft – Vedute. Dürer zwischen Tradition und Innovation (dt./engl.)
Dr. Daniel Hess (GNM, Leiter Sammlungen Malerei bis 1800 und Glasmalerei)
Dürer gilt als Erfinder der autonomen Natur- und Landschaftsdarstellung. Seine Aquarelle gelten als einzigartige Reisenotizen und früheste Dokumente der Plein-Air-Malerei. Die Führung stellt neue, alternative Verständnismodelle zur Diskussion. Weitere Infos hier.
13:30 Uhr
- St. Johannis-Friedhof mit Johanniskirche (dt.)
Dr. Claudia Maué (GNM)
Der Johannis-Friedhof ist der größte der nach 1518 an den Ausfallstraßen der Reichsstadt angelegten Friedhöfe. Charakteristisch und nur in Nürnberg gebräuchlich sind die schlichten, in Ost-West-Richtung liegenden Steintumben mit ihren aufgelegten Bronze-Epitaphien, deren künstlerische und motivische Vielfalt hier an weit über 2000 Beispielen deutlich wird. Die Epitaphien geben nicht nur Auskunft über die hier begrabenen Personen – darunter berühmte Künstler wie Albrecht Dürer, Veit Stoß, Joachim von Sandrart und Anselm Feuerbach – , sondern zeugen auch von der Entwicklung des hochstehenden Nürnberger Metallgusses, der Heraldik und der Ornamentik. Die inmitten des Friedhofs stehende Johanniskirche wurde 1377 geweiht und hat als einzige im Zweiten Weltkrieg verschonte Nürnberger Kirche ihre reiche gotische Ausstattung bewahrt.. Weitere Infos hier.
- Die Kaiserburg Nürnberg (engl.)
Dr. Birgit Friedel
Die Nürnberger Burg, in der von 1050 bis 1571 alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zeitweise residierten, gehört zu den bedeutendsten Kaiserpfalzen des Mittelalters. Friedrich Barbarossa und seine Nachfolger bauten die schon um die Mitte des 11. Jahrhunderts bestehende salische Königsburg großzügig aus. Davon zeugt noch heute die unversehrt erhaltene Doppelkapelle. Die kaiserlichen Wohn- und Repräsentationsräume im Palas mit größtenteils erhaltenen Vertäfelungen sind mit Gemälden, Wandteppichen und Möbeln des 16. und 17. Jahrhunderts ausgestattet. Weitere Infos hier.
- GNM-Sonderausstellung „Der frühe Dürer“ (dt.)
Dr. Thomas Eser (GNM, Leiter Sammlung Wissenschaftliche Instrumente und Medizingeschichte)
Parallel zum CIHA2012-Kongress findet im Germanischen Nationalmuseum eine große Ausstellung zum frühen Wirken Albrecht Dürers statt, des bis heute berühmtesten deutschen Künstlers überhaupt. Die Schau vergleicht Dürers frühe künstlerischen Leistungen und Errungenschaften mit den künstlerischen Normen und Entwicklungen seiner Umwelt und entdeckt Dürer neu als „Kind seiner Zeit“. Die Kuratorenführung stellt die wichtigsten Exponate und die zentralen Forschungsthesen von Ausstellung und Forschungsprojekt in einem Rundgang vor. Weitere Infos hier.
- GNM-Schausammlung „Bauernstuben“ (dt.)
Dr. Claudia Selheim (GNM, Leiterin Sammlungen Spielzeug, Volkskunde, Judaica)
1902 wurden die „Bauernstuben“ mit Räumen aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden als erster Abschnitt der Sammlung Volkskunde im Germanischen Nationalmuseum eröffnet. Mit ihnen griff man zeitgenössische Präsentationsformen auf, die auf den Weltausstellungen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Aufsehen erregt hatten. Auch nach über 100 Jahren bergen diese inszenierten, inzwischen selbst historischen Zeigewelten Potentiale für neue Erkenntnisse und neue Fragestellungen. Weitere Infos hier.
- GNM: Deutsches Kunstarchiv (engl.)
Dr. Birgit Jooss (GNM, Leiterin Deutsches Kunstarchiv)
Das Deutsche Kunstarchiv ist das größte Archiv für schriftliche Nachlässe zur Kunst und Kultur im deutschsprachigen Raum. Archiviert werden Vor- und Nachlässe aus dem Bereich der bildenden Kunst. Es umfasst etwa 1.400 Bestände vom 19. Jahrhundert bis heute und hat einen Umfang von über zwei Regalkilometern. In einer Führung werden Aufgaben und Ziele des Deutschen Kunstarchivs vorgestellt. Weitere Infos hier.
15:00 Uhr
- St. Lorenz – Baugeschichte (engl.); anschl. St. Lorenz – Ausstattung (dt.)
Dipl. Arch. (USI) Marisia Conn (Kirchbaumeisterin St. Lorenz); Dr. Frank Matthias Kammel (GNM, Leiter Sammlungen Skulptur bis 1800 und Bauteile)
Der Schwerpunkt der Führung liegt auf dem Wiederaufbau der Lorenzkirche nach dem Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus steht die Problematik im Blickpunkt, mit der die Denkmalpflege und die Bauhütte heute bei der Pflege der Bausubstanz konfrontiert sind. Die Nürnberger Lorenzkirche besitzt bis heute große Teile ihrer spätmittelalterlichen Ausstattung. Das bedeutendste Objekt ist der "Englische Gruß" von Veit Stoß, ein monumentales, in der deutschen Kunst einzigartiges Figurenensemble von 1518. Einschließlich dieses Hauptwerks des Veit Stoß vermitteln die erhaltenen Altarretabel, Stein- und Holzskulpturen, Tafelgemälde und Totenschilde ein komprimiertes Bild von der Leistungskraft der Nürnberger Kunst vom späten 14. bis zum frühen 16. Jahrhundert. Weitere Infos hier.
Achtung: Diese Führung beginnt bereits um 14:30 Uhr!
- Neues Museum. Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg (engl.)
Dr. Angelika Nollert (Direktorin Neues Museum)
Das Neue Museum mit seiner prägnanten, modernen Architektur und der imposanten Glasfassade ist ein Ort für Kunst und Design der Gegenwart. Die Sammlung Kunst zeigt Malerei, Skulptur und Fotografie von 1945 bis heute. Zu ihren Schwerpunkten gehören u. a. osteuropäische Künstler, internationale Werke der geometrischen Abstraktion und der konkreten Kunst. Die Sammlungspräsentation Design zeigt ausgewählte Beispiele des internationalen Designs. Weithin einmalig ist die gleichgewichtige Präsentation der Bereiche Kunst und Design in einem Museum. Die Führung gibt Einblick in die Architektur, Geschichte und Programmatik des Neuen Museums und umfasst die aktuellen Präsentationen in Sammlung und Ausstellung. Weitere Infos hier.
- Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg: Die AdBK Nürnberg – Architekturführung und Jahresausstellung (engl.)
Prof. Jochen Flinzer
Die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg wurde 1662 als erste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum gegründet und feiert 2012 das 350-jährige Jubiläum. 1954 zog die Akademie in die von Sep Ruf entworfene Pavillonarchitektur an den Nürnberger Stadtrand. Rufs Neubau, in dem Natur- und Architekturraum miteinander verschmelzen, zählt neben der Berliner Philharmonie zu den Juwelen der frühen deutschen Nachkriegsarchitektur. Eine Führung durch die Jahresausstellung der Akademiestudenten schließt sich an. Weitere Infos hier.
- Memorium Nürnberger Prozesse (dt.); anschl. Historisches Zellengefängnis der Nürnberger Prozesse (dt.)
Dr. Matthias Henkel (Leiter Städtische Museen Nürnberg); Dr. Thomas Eichacker
Das 2010 eröffnete Memorium Nürnberger Prozesse informiert am Originalschauplatz über Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkungen der Verfahren. Ausgewählte Objekte wie Teile der originalen Anklagebank oder historische Ton- und Filmdokumente vermitteln einen Eindruck vom Prozessgeschehen. Teil der Führung wird ein Gang in den Schwurgerichtssaal 600 sein, der noch heute als Gerichtssaal dient und nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist. Im Anschluss wird eine exklusive Führung Zugang und Erläuterungen zum letzten noch erhaltenen Flügel der historischen Zellengefängnisse bieten. Sie sind heute Teil der JVA Nürnberg und regulär nicht zu besichtigen. Weitere Infos hier.
Achtung: Der Zutritt zu den historischen Zellengefängnissen ist nur mit gültigem Personalausweis möglich!
- GNM: „Weltausstellungen“ (dt.)
Dr. Roland Prügel (GNM, SAW-Projekt „Wege in die Moderne“)
In einem dreijährigen Forschungsprojekt hat das Germanische Nationalmuseum Teile seiner Bestände zum 19. Jahrhundert unter die Lupe genommen und nach kulturgeschichtlichen Fragestellungen durchleuchtet. Eines dieser Themen sind die Weltausstellungen, auf denen zahlreiche Objekte für das Museum erworben wurden. Quer durch mehrere Schausammlungen präsentiert die Führung eine bislang wenig bekannte Seite des Museums. Weitere Infos hier.
16:00 Uhr
Jüdisches Museum Franken, Fürth: Geschichte des Museums – die Architektur als Objekt (engl.)
Christiane Twiehaus, M.A. (komm. Leiterin Jüdisches Museum Franken)
Besonderheit des Jüdischen Museums Franken in Fürth ist sein Gebäude: Es befindet sich in einem historischen Baudenkmal. Das ehemalige Wohnhaus von 1702 war bis ins späte 19. Jahrhundert im Besitz jüdischer Familien. Seltene Zeugnisse aus dieser Zeit spiegeln den jüdischen Alltag wider: ein mit Grundwasser gefülltes Ritualbad, eine historische Laubhütte mit raffinierter Dachkonstruktion und die prächtigen Stuckdecken im Hause. Weitere Infos hier.
- GNM-Schausammlung „19. Jahrhundert“ (dt.)
Dr. Ursula Peters (GNM, Leiterin Sammlung Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts)
Die traditionelle Familienstruktur beginnt sich im Zuge der Industrialisierung grundlegend zu wandeln. Sie hat die Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz zur Folge. An die Stelle der großen Haushaltsfamilie, deren Mitglieder gemeinschaftlich in Wirtschafts- und Haushaltsführung eingebunden sind, tritt als Familienleitbild des 19. Jahrhunderts die gutsituierte bürgerliche Kleinfamilie. In ihr sorgt der Mann für die wirtschaftliche Grundlage, während die Frau - die im Rahmen dieses Familienmodells aus der wirtschaftlichen Produktion ausgeschaltet ist - über die Gestaltung der Häuslichkeit und die Erziehung der Kinder waltet. Weitere Infos hier.
17:30 Uhr
- Reichsparteitagsgelände (engl.)
Peggy Große, M.A. (GNM)
"Reichsparteitage", "Nürnberger Gesetze" und "Nürnberger Prozesse" verbinden bis heute den Namen Nürnbergs mit der NS-Herrschaft. Der Rundgang über das ehemalige Reichparteitagsgelände im Süden der Stadt erklärt die wichtigsten Relikte nationalsozialistischer Architektur in Deutschland in ihrer Bedeutung für Parteitagsrituale und Propagandainszenierungen, leistet aber auch einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Nutzung des Geländes. Weitere Infos hier.
- Hirsvogelsaal (dt.)
Dr. Matthias Exner (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München)
Der Nürnberger Patrizier Lienhard III. Hirsvogel erwarb 1513 in der Hirschelgasse ein gotisches Wohnhaus, an dessen Nordseite er bis 1534 einen repräsentativen Saalbau errichten ließ. Dieser bestand aus einem niedrigen Erdgeschossraum und einem darüber gelegenen hohen Saal mit einer Grundfläche von 16 mal 6,6 Metern. Die Fassadengliederung im Stil der italienischen Renaissance war für Nürnberg eine vollkommene Neuheit. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Hirsvogelsaal bis 2000 im Garten des Tucherschlosses wiederaufgebaut. Die Führung nimmt die Probleme des Wiederaufbaus und der damit verbundenen Rekonstruktion großer Teile des Saals in den Blick. Weitere Infos hier.
- Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände (dt.): „Geartete Kunst“. Die Nürnberger Akademie im Nationalsozialismus.
Dr. Pascal Metzger
Die Ausstellung „Geartete Kunst“ setzt sich mit der Geschichte der Akademie der Bildenden Künste im „Dritten Reich“ auseinander. Im Fokus der Präsentation stehen unter anderem die Hintergründe, die bei der Erhebung der Staatsschule für angewandte Kunst zur Akademie auf ausdrücklichen Wunsch Adolf Hitlers eine Rolle gespielt haben. Daneben sind die Verflechtungen zwischen Akademie, Lehrpersonal und Partei Thema. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Direktor, Professor Hermann Gradl, der als „Maler des Führers“ zu den „begnadeten Künstlern“ des Reichs zählte. Weitere Infos hier.
- GNM: Institut für Kunsttechnik und Konservierung (dt.)
Dipl. Rest. Markus Raquet (GNM, stellv. Leiter Institut für Kunsttechnik und Konservierung)
Das Institut für Kunsttechnik und Konservierung am GNM ist eine der vielseitigsten und größten musealen Restaurierungseinrichtungen in Deutschland. Zu den Aufgaben zählen nicht nur die Begleitung der Objekte im musealen Alltag, Prävention, Konservierung und Restaurierung, sondern auch die wissenschaftlich fundierte, kunsttechnologische Auseinandersetzung mit dem Objekt. Die Führung stellt einzelne Werkstätten vor und gibt Einblicke in die Aufgaben der Restauratoren im Museum. Weitere Infos hier.
- GNM-Schausammlung: Kleiderwechsel. Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts (dt.)
Dr. Jutta Zander-Seidel (GNM, Leiterin Sammlungen Textilien und Schmuck)
In der 2002 eröffneten Ausstellung führen rund 300 originale Kleidungsstücke und Accessoires durch drei Jahrhunderte europäische Kleidungskultur. Über den modischen Wandel hinaus stehen Formen und Trageweisen, Gebrauchszusammenhänge, Materialien, Herstellung und die gesellschaftliche Sprache der Kleidung im Fokus. Einen Paradigmenwechsel in der musealen Kleidungsforschung markiert die konzeptionelle Zusammenführung von Kostüm- und Trachtensammlung. Die reduzierte Körperlichkeit der Figurinen steht im Dienst einer Präsentation, die Kleidung als historische Quellen begreift und auf museale Ergänzungen bewusst verzichtet. Weitere Infos hier.
19:00 Uhr
- DB-Museum: Der Salonwagen aus dem Hofzug Ludwigs II. (dt.)
Dr. Ursula Bartelsheim (DB Museum, Nürnberg)
Der 1870 vollendete Salonwagen aus dem Hofzug Ludwigs II. ist ein eindrucksvolles Beispiel für die am französischen Barock orientierten Bauprojekte des berühmten Bayernkönigs. Ähnlich wie in den Schlössern Linderhof und Herrenchiemsee setzte er in dem Salonwagen die Welt des Absolutismus und seines herausragenden Repräsentanten Ludwig XIV. von Frankreich kunstvoll und opulent in Szene. Der in seiner Zeit sehr moderne Eisenbahnwagen unterstreicht dabei in besonderer Weise, dass es ferne Traumwelten waren, die Ludwig mit seinen Bauten erschaffen hat. Weitere Infos hier.
- Museum für Kommunikation Nürnberg (engl.)
Dr. Stefan Kley (Leiter Museum für Kommunikation Nürnberg)
Das Museum für Kommunikation hat im Jahr 2010 seine Dauerausstellung grundlegend neu gestaltet. Ergebnis ist eine umfassende Darstellung des Themas Kommunikation. Ein spannender Rundgang durch die Dauerausstellung macht dies auf sinnliche Weise erfahrbar. Dabei gilt es, ganz Ohr zu sein, die Augen offen zu halten und den richtigen Ton zu treffen. Denn ob mit Signallauten, Bildbotschaften oder Schriftzeichen, rund um die Uhr tauschen wir Informationen aus. Weitere Infos hier.
- GNM-Sonderausstellung „Der frühe Dürer“: Biographie und Werk (engl.)
Dr. Thomas Eser (GNM, Leiter Sammlungen Wissenschaftliche Instrumente und Medizingeschichte)
Die Ausstellung zum „Frühen Dürer“ versammelt eine Reihe von Werken, die besonders eng mit Dürers Biografie und Charakter in Verbindung gebracht werden: angebliche Zeugnisse seiner Künstlerreisen, Werke die Freundschaften dokumentieren, Kunst aus dem Kontext des Familienlebens, Werkinhalte mit intim-psychologischem Hintergrund. Die Führung erläutert eine Auswahl dieser subjektiv gedeuteten Werke und hinterfragt die Tragfähigkeit des biografischen Zugangs bei ihrer Interpretation. Weitere Infos hier.
- GNM-Schausammlung: Renaissance – Barock – Aufklärung: Das neue Konzept einer Dauerausstellung. The new concept for a permanent collection (dt./engl.)
Dr. Daniel Hess (GNM, Leiter Sammlungen Malerei bis 1800 und Glasmalerei)
Die Führung gibt Einblick in die konservatorischen und baulichen Rahmenbedingungen, in Konzept und Präsentation des 2010 neu eröffneten Teils der GNM-Dauerausstellung und lädt zur kritischen Diskussion ein. Weitere Infos hier.
- GNM-Schausammlung: Die Nürnberger Glasschneidekunst im Detail (dt.)
Dr. Ralf Schürer (GNM, Leiter Sammlung Kunsthandwerk bis 1800); Sabine Tiedke, M.A. (GNM, Sammlung Kunsthandwerk bis 1800)
Die Kunst, Glas mit dem drehenden Gravierrad zu veredeln, wurde in Nürnberg im 17. Jahrhundert zu einer ersten Blüte entwickelt. Stil und Handschriften der einzelnen Künstler lassen sich oft nur im Detail und mit verfeinerten Betrachtungsmethoden differenzieren. Anhand ausgewählter Beispiele aus dem Bestand des Germanischen Nationalmuseums werden Verfahren und Ergebnisse solcher Untersuchungen vorgestellt. Weitere Infos hier.

